Tag-Ich und Nacht-Ich

Der Hüter. Ein Ölbild vom 3. März 1930. Hierzu eine Tagebuchstelle:

«Geburtstag von Elisabeth. Morgens ein Bild fertig gemalt: Links eine sinnende Gestalt, an einen Baum gelehnt. Sie hat die Augen in der Meditation geschlossen. Dem inneren Blick zeigen sich ätherische Antlitze. In der Mitte die Hütergestalt. Den Mond zu Häupten. Die Rechte gegen den Versenkten zu warnend erhoben. Die Linke trägt drei Gestalten: eine dreieinige Familie in einem Tor, darüber Engelgestalten. Das füllt die rechte Ecke aus.»

«Den Mond zu Häupten», darüber läßt sich lange nachsinnen. Kein Heiligenschein, wie man zunächst aus der Konvention heraus vermuten könnte. Es ist eben eine Hütergestalt, dem Monde untertan, insofern dieser das Schicksal bewacht.

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