Albert Steffen
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Fahrt ins andere Land

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Fahrt ins andere Land — Drama
Albert Steffen

1972, 130 S., Leinen, 3. Aufl.,
ISBN 978-3-85889-089

Preis: CHF 20.-- / EUR 18.00
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Vor ausverkauftem Haus ging im Stadttheater Basel die Urauffführung eines neuen Steffenschen Dramas über die Bretter, das den Untergang der Titanic zum Thema hat. Der Dichter vermochte es, in diesem von aller Welt bestaunten Wunderwerk der Technik, das für alle Stände ein Bild des Siegeslaufes des menschlichen Fortschrittes war, ein Sinnbild einer in sich selbst zerbrechenden Welt zu gestalten. In ihren Untergang sind Menschen aller Stände und Nationen gleichermaßen verflochten. Aus ihnen allen aber erhebt sich schicksalhaft die neue Gemeinschaft derer, die eine «Fahrt ins andere Land», zu einer unter das Zeichen des Erlösers Christus gestellten Menschheit antreten. Dieses andere Land aber ist auch ein Reich des Übersinnlichen, der Aufgeschlossenheit des Menschen für das Drüben, wo Ungeborene und Verstorbene in größerer Gottesnähe sind und am Schicksal der Erdenmenschen teilhaben.
In einer besonderen Weise wird eine Mumie, die sich geschichtlich tatsächlich auf dem untergegangenen Riesenschiff befand, für den Dichter zum Unheil bringenden Symbol all der sozialen und geistigen Kräfte, die am bloß Materiellen und Sinnenfälligen hängen, die Egoismus und Machtgier sich so sehr entfalten lasen, daß alle tieferen menschlichen Gemeinschaftsfähigkeiten ersticken. Die Enträtselung der Hieroglyphen aber, die die uralte Leiche umgeben, hilft dazu, jene heilsame Erkenntnis zu gewinnen, aus der man recht sterben und recht leben kann, aus der die wahre Gemeinschaft erwächst. Der Dichter Albert Steffen hat in der Notstunde der heutigen Menschheit ein ergreifendes Menschheitsgemeinschaftsdrama geschaffen. Wir Schweizer wollen ihm dafür danken, daß er gerade heute dies Wort des Trostes über Kulturzerfall und Tod hinaus gefunden hat. Das Publikum war von dieser wahrhaft dramatischen Offenbarung tief ergriffen.
Hier ist wirklich der Weg zu einem neuen, das Leben einer Gemeinschaft und die Heilkräfte, die aus ihr strömen, glaubhaft machenden Drama gefunden. Diese Gemeinschaft hat nichts mit Kollektiv zu tun, sie ist so differenziert wie nur möglich. Das Ensemble des Basler Stadttheaters hat sich dieser Gemeinschaftsaufgabe so sehr gewachsen gezeigt, daß die innere Erschütterung und Tröstung, die in der Dichtung Steffens leben, durch die Aufführung recht lebendig vermittelt werden.»
(-tt- in «Neues Winterthurer Tagblatt», Winterthur 28. 9. 1938).